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Mudawwana: Kitab al-Salat (Das Gebet)
Quelle: Al-Mudawwana al-Kubra, Band 1
Die malikitische Identität im Gebet
In der Mudawwana werden die Praktiken gefestigt, die die Malikiten von anderen Schulen abheben.
1. Das Stehen im Gebet (Sadl vs. Qabd)
Die Kernfrage: Sahnun fragt nach dem Verschränken der Hände.
Ibn al-Qasims Antwort: "Malik kannte das Verschränken der Hände im Pflichtgebet (Farda) nicht und mochte es nicht. Er sah es als eine Praxis an, die Menschen eingeführt hatten, um sich abzustützen."
Bedeutung: Dies festigte das Sadl (Hängenlassen der Arme) als das markanteste äußere Zeichen eines Malikiten.
2. Rezitation hinter dem Imam
Sahnun fragt: "Soll der Betende hinter dem Imam die Fatiha lesen?"
Antwort: Malik sagte, dass man in den laut gelesenen Gebeten (Maghrib, Isha, Fajr) schweigen und zuhören muss. In den leisen Gebeten (Dhuhr, 'Asr) ist es empfohlen, aber keine Pflicht.
3. Sujud al-Sahw (Vergeßlichkeit)
Die Mudawwana enthält eine extrem detaillierte Systematik:
Wenn man etwas hinzugefügt hat: Sujud nach dem Salam (Ba'di).
Wenn man etwas ausgelassen hat: Sujud vor dem Salam (Qabli).
Diese binäre Logik ist typisch malikitisch und dient der maximalen Vereinfachung für den Gläubigen.
4. Das Freitagsgebet (Jumu'ah)
- Ibn al-Qasim legt fest, dass die Khutba (Predigt) eine Bedingung für die Gültigkeit des Gebets ist und dass der Imam, der predigt, auch das Gebet leiten muss.