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Muwatta: Kitab al-Taharah (Reinheit)
Quelle: Al-Muwatta, Buch 1 & 2
Zentrale Prinzipien der Reinheit
Imam Malik legt hier den Grundstein für die rituellen Handlungen. Ein Kernaspekt ist die Einfachheit und die Orientierung an der Praxis der Gefährten in Medina.
1. Wudu (Die Gebetswaschung)
Die Intention (Niyya): In der malikitischen Schule ist die Niyya für die Gültigkeit des Wudu eine absolute Pflicht (Fard).
Die Reihenfolge (Tartib): Die Einhaltung der Reihenfolge ist nach der vorherrschenden Meinung Pflicht.
Reiben der Glieder (Dalk): Eine malikitische Besonderheit. Es reicht nicht, das Wasser nur über die Haut fließen zu lassen; man muss die Körperteile mit der Hand leicht abreiben, damit es als "Waschen" gilt.
Dauerhaftigkeit (Muwalat): Die Waschung muss in einem Zug ohne lange Unterbrechungen durchgeführt werden.
2. Arten von Wasser
- Tahur-Wasser: Wasser, das in seiner natürlichen Beschaffenheit ist (Regen, Meer, Brunnen). Es ist rein und reinigend. Malik betont die Erlaubnis, Meerwasser zu benutzen ("Sein Wasser ist reinigend und sein Totes [Fische] ist erlaubt").
3. Spezielle Urteile
Berühren der Ehefrau: Malik unterscheidet: Wenn die Berührung mit Lust (Ladhdha) erfolgt, bricht sie das Wudu. Eine rein zufällige oder affektlose Berührung bricht es nicht.
Blut und Erbrechen: Im Gegensatz zu anderen Schulen bricht das Austreten von Blut (außer aus den Ausscheidungsorganen) oder Erbrechen bei den Malikiten das Wudu nicht.
'Amal-Beobachtung
Malik zitiert oft, dass er die Gelehrten in Medina sah, wie sie beim Wudu die Ohren (innen und außen) mit neuem Wasser strichen, was er als die etablierte Sunna festlegt.