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Bidayat: Komparative Analyse (Beispiele)
Quelle: Bidayat al-Mujtahid, Kapitel zu Ibadat und Mu'amalat
1. Das Wischen über die Socken (Mash al-Khuffayn)
Problem: Die Dauer des Erlaubten.
Divergenz: Hanafiten und Schafi'iten legen eine Zeit fest (1 Tag für Ansässige, 3 Tage für Reisende).
Malikitische Position: Ibn Rushd erklärt, dass Malikiten (basierend auf der Praxis Medinas) keine zeitliche Begrenzung sahen, solange man die Socken nicht auszieht. Er analysiert hier die Authentizität der verschiedenen Hadithe dazu.
Thematischer Querverweis: Die malikitische Argumentation stützt sich stark auf die in Al-Muwatta dokumentierte Praxis der Bewohner Medinas.
2. Die Ehe ohne Vormund (Wali)
Divergenz: Die Hanafiten erlauben einer erwachsenen Frau, sich selbst zu verheiraten. Malikiten verbieten es strikt.
Analyse: Ibn Rushd zeigt, dass der Konflikt aus der Interpretation des Wortes "verheiratet" im Koran stammt – bezieht es sich auf die Frau als Handelnde oder auf den Vormund als Verantwortlichen?
Thematischer Querverweis: Für die methodische Einordnung von Befehlen und Verboten ist Schafi'is Al-Risala-Shafi ein essenzielles Vergleichswerk.
3. Das Trinken von Nabidh (leicht vergorener Saft)
- Analyse: Ibn Rushd vergleicht die irakische Schule (Hanafiten), die Nabidh unter Bedingungen erlaubte, mit der medinensischen Schule (Malikiten), die alles Berauschende, egal in welcher Menge, verbot. Er führt dies auf die unterschiedliche Bewertung der Definition von "Khamr" (Wein/Rauschmittel) zurück.