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Ur-Texte: Kitab al-Zakat
Quelle: Al-Jami' al-Saghir / Al-Mabsut
Grundprinzipien der Zakat
Die Hanafiyya definiert Zakat als eine Verpflichtung auf produktives Vermögen (Mal Nami), das den Nisab erreicht hat und ein Jahr lang im Besitz war.
1. Nisab und Schwellenwerte
Gold und Silber: Wie in anderen Schulen 20 Dinar (Gold) oder 200 Dirham (Silber).
Wichtig: Hanafiten erlauben die Kombination von Gold und Silber zur Erreichung des Nisab, basierend auf ihrem jeweiligen Wert, um den Nutzen für die Armen zu maximieren.
2. Hanafitische Besonderheiten
Zakat auf Schmuck: Im Gegensatz zur Malikiyya sind Hanafiten strenger: Auf Gold- und Silberschmuck ist immer Zakat fällig, egal ob er getragen wird oder nicht, da er als produktives Metall gilt.
Zakat auf das Vermögen von Kindern: Nach Abu Hanifa ist auf das Vermögen von Unmündigen und geistig Behinderten keine Zakat fällig (da es eine Ibadat ist, für die man zurechnungsfähig sein muss). Seine Schüler Abu Yusuf und Muhammad widersprachen ihm hier oft, aber die ursprüngliche Meinung Abu Hanifas bleibt ein markantes Merkmal.
Ushr (Zakat auf Landwirtschaft): Hanafiten verlangen den Zehnten (Ushr) auf alles, was die Erde hervorbringt (außer Holz und Gras), unabhängig von der Menge. Es gibt hier keinen Mindest-Nisab von 5 Wasq.
Zakat al-Fitr
- Sie ist eine Pflicht (Wajib) für jeden Muslim, der über den Nisab verfügt. Sie kann in Form von Getreide oder (was hanafitisch typisch ist) auch in deren Geldwert entrichtet werden, da dies für die Armen nützlicher ist.