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Al-Mustasfa
Autor: Abu Hamid al-Ghazali (gest. 505 n.H.)
Bedeutung: Die Vereinigung von Logik und Recht
Die Mustasfa gilt als eines der vier wichtigsten Werke zum Usul al-Fiqh in der islamischen Geschichte. Al-Ghazali etablierte hier die Mutakallimun-Methode (die deduktive Methode).
1. Logik als Vorbedingung
In der berühmten Einleitung erklärt Ghazali, dass die formale Logik (Mantiq) das notwendige Werkzeug für jeden Wissenschaftler ist. Wer die Logik nicht beherrscht, dessen Wissen ist unzuverlässig.
2. Der deduktive Ansatz
Im Gegensatz zu den Hanafiten, die induktiv (von Fällen zu Regeln) vorgehen, gehen die Schafi'iten deduktiv vor:
Man stellt zuerst abstrakte, universelle Prinzipien auf (Axiome).
Man prüft diese Prinzipien an der Vernunft und der Sprache.
Man wendet diese Regeln erst danach auf die Rechtsfälle an.
3. Die vier Pole des Usul
Ghazali strukturiert das Werk in vier "Früchte":
Das Urteil (Al-Hukm): Die Frucht selbst.
Die Quellen (Al-Adilla): Der Baum, der die Frucht trägt.
Die Methode (Al-Istinbat): Die Art und Weise der Ernte.
Der Jurist (Al-Mustanbit): Derjenige, der die Ernte durchführt.
Verknüpfungen
Al-Risala-Shafi (Die Grundlage)
Al-Wajiz (Die praktische Anwendung)