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Al-Risala

Autor: Imam Muhammad ibn Idris al-Shafi'i (gest. 204 n.H.)

Bedeutung: Das "Grundgesetz" der Jurisprudenz

Die Risala ist das erste Werk, das die Methodik der Rechtsfindung (Usul al-Fiqh) systematisch behandelte. Shafi'i gilt daher als der Architekt des islamischen Rechts.

Die Quellenhierarchie

Shafi'i beendete die Vorherrschaft der lokalen "Praxis" ('Amal) und etablierte eine strenge Ordnung:

  1. Der Koran: Die oberste Instanz.

  2. Die Sunna: Shafi'i betonte, dass eine authentische Überlieferung (Hadith) Vorrang vor allem anderen hat, sofern kein Koranvers widerspricht. Er lehnte den malikitischen Vorzug der Medinenser Praxis ab, wenn ein Text vorlag.

  3. Ijma' (Konsens): Die Übereinkunft der Gelehrten.

  4. Qiyas (Analogie): Die rationale Erweiterung von Urteilen auf neue Fälle basierend auf einer gemeinsamen Ursache ('Illa).

Vermächtnis

Mit der Risala schuf Shafi'i eine Brücke zwischen den "Leuten des Textes" (Ahl al-Hadith) und den "Leuten der Vernunft" (Ahl al-Ra'y), indem er die Vernunft streng an den Text band.

Detaillierte Inhalte (Methodik)

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